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Thema: Re: Genauer Heilungsverlauf bei Muskelfaserriß

  1. #1
    Suse
    Kein Forenmitglied Avatar von Suse

    Standard Re: Genauer Heilungsverlauf bei Muskelfaserriß

    Robert Kunz wrote:

    schnipp!
    :-)
    Hallo Robert,
    erst einmal vielen Dank für Deine sehr ausführliche Antwort,
    nun rundet sich das Bild doch ein bißchen für mich ab.

    Sorry, das ich mich jetzt erst noch einmal melde
    und danke schön sage!

    Vor allem auch für Dein Angebot weiter zu "löchern"

    Wie ist das denn eigentlich mit dem Hämatom,
    das sich mehr oder weniger deutlich bildet?

    Baut sich ab(mit Glück) oder kapselt sich ab(nicht so gut)
    In wie weit spielt die Lymphe beim Abbau des Hämatoms
    eine Rolle?

    Bei Grad 1 Muskelriß wäre da Lymphdrainage nach, sagen wir mal,
    5-6 Tagen ok?
    In wie weit spielt der Lymphfluss bei einem abgekapselten Häm. eine Rolle?

    Ich würd mich sehr freuen, wenn du noch mal in die Tasten
    greifen und ein paar Sätze schreiben würdest.
    einen schönen Wochenausklang wünscht
    Suse

  2. #2
    Robert Kunz
    Kein Forenmitglied Avatar von Robert Kunz

    Standard Re: Genauer Heilungsverlauf bei Muskelfaserriß

    Suse <reikischule@yahoo.de> schrieb:


    >Wie ist das denn eigentlich mit dem Hämatom,
    >das sich mehr oder weniger deutlich bildet?
    >
    >Baut sich ab(mit Glück) oder kapselt sich ab(nicht so gut)
    >In wie weit spielt die Lymphe beim Abbau des Hämatoms
    >eine Rolle?


    Das Hämatom entsteht weil die kleinen Kapillaren an dem Muskelstreifen
    bei der Verletzung mit zerrissen sind. Dort tritt nun so lange Blut
    aus, bis der Druck im verletzten Bereich so gross ist wie der
    kapilläre Blutdruck vor Ort.

    Da schwimmen nun alle Blutbestandteile frei herum. Die Thrombozyten
    bekommen Kontakt mit dem defekten Gewebe und werden stimuliert ihre
    Gerinnungsstarter auszuschütten. Dann läuft kaskadenartig im
    Blutplasma die Bildung von Fibrin ab. Das sieht so aus als wenn ein
    Wackelpudding geliert - nur schneller-. In dem Gelee sind zahllose
    rote Blutkörperchen gebunden, die in den ersten Minuten noch ihren
    mitgebrachten Sauerstoff abgeben. Danach sind sie hin und lösen sich
    in den nächsten 72 Stunden praktisch vollzählig auf. Dabei wird auch
    das Hämoglobin stufenweise abgebaut und bildet dabei die farbigen
    Varianten über blau und grün zu gelb... (Stichwort Häm und
    Gallefarbstoffe)

    Aus diesem Grund, und weil von den kaputten Muskelfasern agressiver
    Zellinhalt freigesetzt wurde, ist es an der Verletzungsstelle recht
    sauer (pH-Abfall). Kleinere Hämatome werden noch aus der Nachbarschaft
    per Diffusion mit O2 versorgt, bei grossen (Mandarine aufwärts) wird
    es kritisch.

    Aus allen Richtungen diffundiert Gewebeflüssigkeit in den verletzten
    Bereich und verstärkt die Schwellung.
    Darum ist Kühlen und Hochlagern ja in so einem Fall so angenehm.

    Abgeräumt wird das ab dem zweiten Tag durch Fresszellen / Makrophagen,
    die gehören zu den Leukozyten und können sich wie Amöben aktiv durch
    die Gewebe manöverieren. Kommen also auch dorthin, wo kein Äderchen
    mehr ist.
    Das alles läuft idealerweise völlig steril ab.

    Die ausgetretenen Zellenzyme und die Azidose und die Prostaglandine,
    die aus den sterbenden Zellen stammen, reizen die Nachbarschaft:
    Umgebende Muskelzellen stellen sich auf höheren Ruhetonus und
    beantwortet teilweise die Neuro-Steuerung nicht mehr (weitere
    Versteifung, Schonfunktion). Andere Substanzreize erreichen die
    Nozizeptoren. Also die schmerzvermittelnden Nervenenden im Gewebe.


    >Bei Grad 1 Muskelriß wäre da Lymphdrainage nach, sagen wir mal,
    >5-6 Tagen ok?


    spricht nichts dagegen. Sogar schon eher, wenn der Patient durch die
    Druckminderung profitiert. Weniger Schmerz ist immer gut! Wenn die
    Lymphdrainage weh tut ist es noch zu früh.

    >In wie weit spielt der Lymphfluss bei einem abgekapselten Häm. eine Rolle?


    Der Lymphabstrom geschieht lokal in den Spalten zwischen den Zellen.
    Es gibt dort noch keine Lymphgefässe. Damit wird das Ödem entsorgt,
    ebenso die löslichen Abfallprodukte aus dem Zellabbau.
    So wird der Druck im verletzten Gewebe verringert, die Oxygenierung
    wird verbessert und auch der venöse Abstrom in der Nachbarschaft
    verbessert sich. Insgesamt trägt der Lymphabstrom also zu einer
    Deeskalation im Heilungsgeschehen bei.

    Das gelingt leider bei einem abgekapselten Hämatom nicht mehr.
    Dann verhindert die gebildete Bindegewebeschicht auch den regulären
    Abbau des Hämatoms und es besteht viel länger (Wochen) eine gallertige
    Höhle voller idealer Nährstoffe für Mikroben.

    Jedes Zähneputzen und jede Bagatellverletzung, jeder Schnupfen kann
    dafür sorgen, dass minutenlang /stundenlang Bakterien im Blut
    zirkulieren. Schlimm ist, wenn dann hämatogen (also auf dem Blutweg)
    diese Erreger in den Hämatomglibber geraten. Dort vermehren sie sich
    dramatisch. Auch weil die Leukozytenpolizei schlecht hinkommt.

    Abgekapselte Hämatome sind ab einer bestimmten Grösse ein Fall für's
    Skalpell.

    Hoffe das hilft weiter :-)
    servus
    robby


    --
    Nichts ist unerschöpflich

  3. #3
    Suse
    Kein Forenmitglied Avatar von Suse

    Standard Re: Genauer Heilungsverlauf bei Muskelfaserriß


    Sehr! Vielen Dank!
    Nun kann ich zumindest zielgerichteter weiterpauken.
    Dir ein schönes Advent WE und
    nochmal Danke schön
    Susanne
    Robert Kunz wrote:

    >
    >
    > Hoffe das hilft weiter :-)
    > servus
    > robby
    >
    >



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