Hallo zusammen !
Ich bin Studentin der Pflegewissenschaft im 3. Semster an der FH Osnabrück.
Meine beiden Komilitoninnen und ich arbeiten in diesem Semester an einer Forschungsarbeit.
Uns würde mal interessieren, warum die meisten Pflegekräfte sich mit Sr. und Vornamen ansprechen lassen? Wir wollen erforschen, woher es kommt, warum es so ist und warum sich die meisten damit zufrieden geben.
Vor allem jetzt mit der neuen Berufsbezeichnung Gesundheits- und Krankenpfleger/in hören wir immer noch, dass sich Pflegekräfte mit Schwester und dem Vornamen vorstellen, männliche Pflegekräfte hingegen werden oft mit Nachnamen angeredet.
Wir werden dafür einen Fragebogen entwickeln den wir dann im nächsten Jahr auswerten werden.
Mich würde jetzt interessieren, was ihr so darüber denkt, welche Einstellungen ihr habt, gibt es Unterschiede im Vergleich Krankenhaus - Altenheim, mangelt es an der Pforessionalisierung unserer Berufe, ... ?!?!
Freue mich über interessante Antworten...
Lg Kathi
Oh, danke das ist lieb, das wusste ich nicht... Werde dort mal nachlesen :-)
Danke Lg
hmm, also gut, will ich mal meine Ansicht beitragen....
Ich arbeite ja im Altenheim und bin ausserdem männlich. also der name "Pfleger" is für mich völlig in Ordnung, jedenfalls besser als "Herr Altenpfleger";)
Der Name Schwester hingegen is irgendwie nervig und sagt ausserdem irgendwie nix aus. weiss aber auch nich ob sich "Pflegerin" besser anhört.
Also würde ich im KH arbeiten wüsste ich nich ob es für mich i.o. wäre mich duzen zu lassen, da es ja im KH doch eher ein "kommen und gehen" ist. Im Altenheim sind ja die meisten bis zum "Ende", da kann sich schon mal eine engere Bindung ergeben, mit Bew. und auch Angehörigen. Bei denen, aber auch nur bei denen finde ich es in Ordnung wenn diese mich duzen. ich hingegen sieze alle, ausser einzelne demente Bewohner und Angehörige die ich entweder schon privat kenne, sie mir das duzen anbieten bzw. es so wollen.
mir fällt aber ausser Pfleger, Pflegerin und Schwester kein anderer Begriff ein.
Das männliche PK häufiger gesiezt werden als weibliche, kann ich nicht bestätigen.
ich habe also nix dagegen geduzt zu werden, die hauptsache ist ich werde mit respekt behandelt und respektvoll angesprochen, denn das ist meiner meinung nach das größere Problem...
Gruß
Wer die Ironie findet darf sie behalten
Ich arbeite in der ambulanten Pflege und stelle mich grundsätzlich mit Vornamen vor.
Wir dringen tagtäglich tief in die Privatsphäre unserer Patienten ein. Da breche ich mir keinen Ast ab wenn ich eine vertrautere Athmosphäre schaffe in dem ich mich mit dem Vornamen anreden lasse.
Für mich persönlich ändert sich das Verhältnis zum Patienten deshalb überhaupt nicht. Es ändert sich auch nicht wenn ein Patient unbedingt möchte, dass ich ihn duze. Ich habe dieselbe Distanz als wenn ich gesiezt würde.
Es gibt ausgiebige Diskussionen dazu. Viele behaupten man ist unprofessionell und kann sich nicht abgrenzen wenn die Du- oder Vornamen-Schiene läuft. Das halte ich für absoluten Unsinn. Mein Ziel ist, dass sich der Patient wohl fühlt und wenn ich das über meinen Vornamen oder ein gewünschtes Du erreichen kann dann bin ich gerne bereit dazu.
Für mich handeln die Leute unprofessionell die krampfhaft am Sie und Nachnamen festhalten.
Dem habe ich nichts hinzuzufügen, es stellt genauso meine Einstellung dar. Ich denke da auch ein bißchen an mich, ich würde nach einiger Zeit als Kunde eines Pflegedienstes, auch lieber mit DU als mit SIE angesprochen werden bzw. darum bitten, das ich "duzen" darf. Schließlich kommen die PK tagaus tagein zu mir, in meinem Haus soll eine heimelige Atmosphäre herrschen, ich möchte mich zuhause fühlen und die PK sind herzlich willkommen. Daher ganz klar pro "DU".
Hallo kathiRe,
ich möchte Dir (Ihnen) etwas über eine Begegnung im Restaurant erzählen. Vor 2 Monaten ging ich in ein neueröffnetes Restaurant. Ich wurde sehr freundlich von einer Empfangsdame empfangen und sie bat uns, kurz zu warten, bis man uns zum Tisch führen würde. Es kam eine sehr professionell wirkende junge Dame auf uns zu und stellte sich mit ihrem Vornamen vor und sagte uns, dass sie für uns zuständig sei. Dabei lächelte sie sehr nett. Während des Restaurantaufenthaltes wurde unsererseits mehr bestellt, als wir eigentlich wollten. Es lag an der Athmosphäre und an dem absolut professionellen Team, welches uns mit einfachen Dingen vermitteln konnte, wie man schnell Eis brechen kann.
Eine Frage am Rand. Wann wie hast Du (haben Sie) das letzte mal im Restaurant jemanden mit Namen angesprochen oder ansprechen können?
Es ist für Deutschland scheinbar typisch Profession an Vor- oder Nachnamen, Du oder Sie fest zu machen.
Übrigens , als ich meine Ausbildung begann, wurde ich von vielen älteren Patienten als Herr Wärter angesprochen. Als 17jähriger hat mich das geärgert, mittlerweile weiß ich, dass diese Bezeichnung aus Tradition gewachsen war und einige sicherlich diese Bezeichnung auch verdienten.
Gruß
Karo9
genauso denk ich auch....
Meine Ansicht ist, dass wir erstmal Hr und Fr. XY sind. Das haben - auch alte Menschen, immer zu allen möglichen Menschen (Verkäufern, Amt, im Job etc.) gesagt, ist Ihnen also nicht fremd. Wenn man vertraut ist, Vornamen und Du - wie man in vielen Nachbarländern auch sagt.
Blöd klingt in meinen Augen Wärter oder Schwester, die Zeiten sind vorbei - ausser man ist im Orden.
Ganz natürlich sein, wie im wirklichen Leben auch scheint mit das Beste.
Gruss HL
In OS hab ich auch mal studiert, würde mich über eine gute Studie zu dem Thema sehr freuen.
Die Welt ist so leer, wenn man nur Berge, Flüsse und Städte darin denkt, aber hie und da jemand zu wissen, der mit uns übereinstimmt, mit dem wir auch stillschweigend fortleben: Das macht uns dieses Erdenrund erst zu einem bewohnten Garten.
Goethe
Hoi,
Mir ist kaum eine Situation bekannt, in der ich mit einem "Du" eine bessere Beziehung aufbauen konnte, wie mit einem "Sie".
Völlig unproblematisch auf der "Sie-Ebene" auch engste Kontakte zu unterhalten.
Wobei es halt wohl auf das Gesamtbild ankommt, wie man sich sonst gibt und ob man hinter diesem Du oder Sie auch steht.
Ein "Du" einzusetzen um eine "heimelige Atmosphäre" zu schaffen halte ich in sicherlich 95% der Fälle für daneben (möchte es aber auch nicht ausschliessen, da es bestimmt begründete Fälle dafür gibt).
Sie mit Berufsbezeichnung finde ich sehr abstrakt. Wer spricht schon den Bäcker mit "Herr Bäcker" oder die Bereichsleitung mit "Frau Bereichsleitung" womöglich noch zusätzlich mit Nachnamen an.
Ich plädiere absolut auf das "Sie" mit Nachnahmen.
Das Duzen in Pflegeberufen empfinde ich tatsächlich als abwertend für unseren Berufsstand.
Ich wünsche frohes Forschen
Grüsse
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