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Thema: Selbst entlassen?

  1. #9
    Aktives Forenmitglied Avatar von Schwester Christa

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    Standard AW: Selbst entlassen?

    Zitat Zitat von Fripi
    Anders bekommt man leider diesen larifari Umgang mit Grundrechten(!!!) nicht in den Griff.
    Ich glaube, dass man sich gerade in den Psychiatrien sehr wohl über den Umgang mit Grundrechten bewusst ist. Natürlich gibt es wie überall schwarze Schafe, aber generell von einem Larifari-Umgang zu sprechen, halte ich doch für sehr weit hergeholt.
    Zumal ich auch ein gewisses Verständnis für die Vorsicht mancher Ärzte habe. Wie siehts denn im schlimmsten Fall aus? Fette Schlagzeile in einer Boulevard- oder Lokalzeitung: JUNGES MÄDCHEN IN DER BLÜTE SEINER JUGEND WIRFT SICH VOR ZUG! Daneben das Bild eines Arztes mit Pornobalken über den Augen: DIESER ARZT HAT SIE STUNDEN ZUVOR ALS GESUND ENTLASSEN!

    Bei mir stellen sich viele mit der Aufnahmediagnose auf Station vor, nur weil sie wissen, dass sie dann schneller reinkommen. Bei anderen wird genauso verfahren, wie oben beschrieben. Sie sind eindeutig selbstgefährdend und wollen wieder gehen. Es liegt am Arzt, den Grad der Suizidalität einzuschätzen. Und im Zweifelsfall wird er fürsorglich zurückhalten und den Pat. und seine Stimmungslage noch eine Weile beobachten.

    Leider liegen mir für den Fall von CHIP nicht genug Hintergrundinformationen vor um mich da weiters auszulassen.

    Wie kam die Freundin den in´s KH? Privat, mit Polizei und/ oder Notarzt? Daraus könnte man schon einen Teil der Schwere ableiten.
    Wie sah der SV aus? Ist sie sonst auch eher depressiv? Gab es einen konkreten Auslöser? Fragen über Fragen....

    Die Sache mit der Freiwilligkeit ist in der Psychiatrie so eine Sache. Natürlich kann eine freiwillige Behandlung jederzeit beendet werden. Bei Eigen- und Fremdgefährdung kommt dann aber noch die Frage der medizinischen Einschätzung dazu. Wenn die negativ ausfällt, läuft die oben genannte Kaskade.
    Allerdings muss die Klinik hier tatsächlich in die Pötte kommen. So ein Galama mit freiwillig/ nicht freiwillig geht nicht! Wenn der Arzt sagt, die Patientin darf nicht auf eigene Verantwortung gehen, dann läuft ab diesem Moment die fürsorgliche Zurückhaltung. An deren Ende MUSS die Patientin dann entlassen werden, wenn sie will, oder es muss ein richterlicher Beschluss vorliegen, der die weitere Unterbringung für die nächsten, maximal 12 Wochen regelt.
    So eine Unterbringung nach UBG/ PsychKG kann übrigens bei guten Verlauf von den beh. Ärzten auch vorzeitig und einseitig wieder aufgehoben werden.
    "The world is full of kings and queens who blind your eyes and steal your dreams" - DIO

    PRO PFLEGEKAMMER

  2. #10
    Registriertes Forenmitglied Avatar von Noddie

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    Standard AW: Selbst entlassen?

    Chip,
    dir ist klar das gerade Depressive die besten Schauspieler sind. Leider haben dieses einige schon selber erlebt. Patienten die kurz vorher noch mit einem gescherzt hatten, haben sich kurze Zeit später versucht umzubringen oder es sogar geschafft. Somit kann ich die Ärzte gut verstehen die Äußerungen erstmal ernst zu nehmen.
    Ansonsten unterstreiche ich das was Schwester Christa schreibt.

  3. #11
    Aktives Forenmitglied Avatar von Marion FKS

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    Standard AW: Selbst entlassen?

    Andererseits ist eine Behandlung mit gemeinsam zu treffenden Behandlungsabsprachen und Behandlungszielen mit einem Patienten, der partout nicht will, schon schwierig. Eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen mit einem Erreichbarkeitsangebot zu jeder Tag- und Nachtzeit für Krisensituationen kann Betroffene auch dazu bringen, die Klinik später mit einer höheren Bereitschaft, sich helfen zu lassen, wieder aufzusuchen. Und Patienten, die gegen ihren Willen festgehalten werden, können sich auch auf Station gut verstellen und im Anschluss an die dann meist erfolglose Behandlung sich in ihrer Meinung bestätigt sehen, dass ja eh nichts besser wird mit den entsprechenden Konsequenzen.
    Eine Zwangsunterbringung macht doch eigentlich nur Sinn, wenn der Betroffene so neben sich steht, dass er vorübergehend keine Verantwortung für sich übernehmen kann und das muss auch glaubhaft in einem Unterbringungsverfahren begründet werden können.
    Psychiatrische stationäre (und auch ambulante) Behandlung kann immer nur ein Angebot sein, annehmen muss der Betroffenen sie selbst.

    Noch was anderes: Ein niedergelassener Psychologe / Psychiater findet sich, zumindest bei uns, leider nicht so schnell, Wartezeiten von ca. 1/2 Jahr sind da normal. Und fröhlich zu sein und tun als wäre nichts gewesen weist ja auch auf eine Tendenz zur Verdrängung hin - und alles, was verdrängt wird, wurde nicht bearbeitet und kann wiederkommen - mal etwas laienhaft ausgedrückt.


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  5. #12
    Registriertes Forenmitglied Avatar von chip84

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    Standard AW: Selbst entlassen?

    Hallo alle zusammen,

    wir haben am Montag mit dem behandelnen Arzt nen ordentliches Gespräch geführt und meine Freundin wurde dadrauf entlassen, wenn auch gegen Ärztlichen Rat. Aber immerhin ist sie draußen. Nun kann sie sich hier nen Psychologen/Psychater suchen.

    Hätte nich gedacht das es klappt,
    nachdem sie Donnerstag schonma vergeblich drum gebeten hat gehen zu dürfen. Da war auch ne andere Ärztin die Donnerstag meinte wenn sie weiter jammert das sie gehen will dann holt sie nen Richter der sie entmündigt. Das ist schon ne Frechheit.

    Naja nun ist alles geregelt und ich habe meine Freundin zuhause

    Lg
    chip

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