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  1. #1
    Frank Fischer
    Kein Forenmitglied Avatar von Frank Fischer
    Hallo,

    wir auf unserer Station (KMT) haben immer wieder das Problem der Mucositis IV°, besonders nach einer Hochdosis mit MTX oder Etoposid.
    Unsere Standardregime ist Salbeitee, H2O2 alternativ zu ChlorHexetidin, Amphomoronal.
    Bei einer stark blutenden Mundschleimhaut werden natürlich erst Thrombkonz.eingesetzt um die Blutung zu Stillen, evt. Schmerzmittel( MSI/ Perfusor, Boli-Gaben) vor der Mundpflege, dann Mundpflege mit 500mg Ugerol/ 1 Liter NACL 0,9 oder Pur die blutenden Stellen betupfen Eiswürfel lutschen oder Coldpack von aussen.

    Was unternehmt Ihr bei Euch auf Station? Setzt Ihr ein besonders Mundpflegeregime ein, oder wie geht ihr damit um ?

    Gruss

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  2. #2
    Registriertes Forenmitglied Avatar von Patricia

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    Hallo,

    eine Stomatitis lässt sich leider nie ganz vermeiden, dass ist uns allen klar. Das wichtigste ist meiner Meinung nach eine ausreichende Analgesie, sprich: MSI- Perfusor,im besten Falle eine PCA-Pumpe. Eiswürfel sind gut- auch in verschiedenen Teesorten. cave: Kohlensäurehaltige Getränke-gibt scharfe "Kanten/Bläschen" nach dem einfrieren.
    Dann heisst es abwarten und mit Tee spülen. Kamilletee! Salbeitee wirkt nach ca. 4 Tagen zu austrocknend. Auch Pfefferminze ist zum Austausch geeignet.Zu viel Kamille kann depressiv wirken- eher zu viel trinken!
    Moronal oder Ampho- Moronal sind ja 'eh fraglich. Wir nehmen auch Daktar- Mundgel oder aus der Apotheke angefertigte Clotrimacol Lutschtabletten.
    Bei den Teesorten darauf achten, nicht länger als drei Minuten ziehen lassen( zuviel Gerbsäure).
    Hexoral desinfiziert zwar,die Keimreduktion ist aber nur vorübergehend und die patienten bekommen bei längerer Anwendung Geschmacksirritationen.Chlorhexamed-Lsg. ist eigentlich auch schlecht-granulationshemmend,Alkohol, wirkt austrocknend und brennt.H2O2- keine Ahnung, würde ich nicht nehmen- kann ätzend seinund für eine Hypertrophie der Zungenpapillen sorgen- und wenn muss ein 100% iger Schluckreflex vorhanden sein.
    Für Aphten eignet sich auch Nelkenöl oder Myrrhe Tinktur- die betroffenen Stellen bepinseln.Brennt zwar, aber danach ist Linderung garantiert und wirkt granulationsfördernd.
    Eigentlich ist es wichtig hauptsache kontinuierlich zu spülen. Falls der Patient alles verweigert, kann er auch mit seinem Lieblingsgetränk spülen. Bei zuckerhaltigen Getränken mit Sprudel nachspülen.

    Gruss Patricia

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  3. #3
    Uta
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    Registriertes Forenmitglied Avatar von Uta

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    Hallo zusammen,

    ich habe auch die Erfahrung gemacht, das die Analgesie das wichtigste ist. Unsere Patienten tolerieren irgentwann die Mundspülungen mit Hexididin nicht mehr. Das wichtigste ist, überhaupt zu spülen. Wir hatten auch schon einen Patienten, der zwischendurch mit Rotwein gespült hat. Wir machen auch aus den Wunschtees der Patienten Eiswürfel und bieten sie an, z.B. aus Pfefferminztee.
    Grüße
    Uta

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  4. #4
    Frank Fischer
    Kein Forenmitglied Avatar von Frank Fischer
    Hallo Patricia,

    du schreibst das die Kinder mit K-Tee und P-Tee Mundspülung machen, bekommt ihr die Tee´s aus der Apotheke fertig gemischt, oder giesst ihr die selber auf?
    Ich habe auch die Erfahrung gemacht das viele Erwachsene K-Tee überhaupt nicht tolerieren.

    Gruss

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  5. #5
    Registriertes Forenmitglied Avatar von Patricia

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    Hallo,

    unsere Station bekommt die losen Blüten und Blätter aus der Apotheke geliefert. Für die Mundpflege werden auf keinen Fall Teebeutel verwendet, dort ist ja eh nur der "Abfall" drin. Wir "kochen" den Tee frisch auf Station.
    Die verschiedenen Kannen Tee ( Salbei, Kamille und Pfefferminz) stehen in der Stationsküche und sind für jedermann erreichbar.
    Kinder tolerieren den Kammillentee relativ gut, ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Erwachsene ungern mit Kamille spülen. Kann ich aber auch gut verstehen, ich find Kamille auch nicht wirklich lecker. Erinnert mich an Sitzbäder, aber ich habe es auch schon zum Mundspülen benutzt.

    Gruss Patricia

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  6. #6
    Registriertes Forenmitglied Avatar von nightnurse

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    Hallo zusammen,

    ich habe auch auf einer KMT Station gearbeitet und habe kenne auch sehr starke Mukositis bei diesen Patienten.Ich habe teilweise sogar erlebt das die Patienten lange Hautfetzten ihrer Speiseröhre erbrochen haben.Bei uns haben die Patienten anfangs auch mit Doreperol gespült.Wenn das nicht mehr ging bekamen sie Stomatitis Lösung.Was sehr viele als angenehmer empfanden.Und wenn das auch nicht möglich war Salbeitee oder auch nur Wasser.Hauptsache spülen.Die Analgesie meiner damaligen patienten stand natürlich auch im Vordergrund.Die Patienten hatten immer PCA-Pumpen,womit sie sich selbst vor der Mundpflege einen Bolus an Dolantin oder Morphin geben konnten.Oftmals tat ihnen auch Wassereis gut.

    tschüssi ;)

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  7. #7
    Registriertes Forenmitglied Avatar von Katharina

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    Hallo miteinander!
    Ich arbeite auf einer Normalstation ONkologie/Hämatologie mit Einheit für autologe Stammzelltransplantationen.
    Wir sind bei der Mundpflege leider nicht sehr alternativ eingestellt.
    Als Spülungen verwenden wir:
    antiseptisch und granulationsfördernd-->Betaisodona Mundantiseptikum, Dexpanthenol, selten Hexoral
    antimykotisch --> meist Amphomoronal oder Mykostatin, selten Daktaringel
    hämostyptisch --> Stryphnon Lösung oder Revici
    analgesierend lokal --> Herviros oder Xylocain viscös
    bei starken Belägen hilft Antibiophilus recht gut
    Wie gesagt alles leider nicht sehr alternativ - die Ärzte wollen es leider nicht anders. Trotzdem, dass wichtigste ist, dass gespült wird.
    Bei MTX Mukositis werden auch Spülungen mit Leucovorin eingesetzt - obs was bringt kann ich nicht wirklich sagen.
    Dass wichtigste ist eine ausreichende i.v. Analgesie, dann fällts Spülen auch leichter.

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  8. #8
    Registriertes Forenmitglied Avatar von Katharina

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    Ich bins schon wieder.
    Ich glaube wichtig ist auch eine mechanische Mundhygiene zu ermöglichen mittels Kinderzahnbürste oder zumindest Stieltupfern.
    Gegen Mundtrockenheit helfen Speichelersatzprodukte recht gut(nach Bestrahlung)-> Sialin, Glandosan und trinken, trinken, trinken,...
    Polygon Schaumstoffmundpflegetupfer helfen Beläge zu lösen und bei Schluckbeschwerden um Flüssigkeit aufzunehmen

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  9. #9
    Frank Fischer
    Kein Forenmitglied Avatar von Frank Fischer
    Hallo,

    bei uns dürfen die Patienten erst wieder ab 30 000 Thrombos eine weiche Zahnbürste einsetzten. In einigen Transplantationszentren dürfen die Patienten die Zähne bürsten bis es anfängt zu bluten, dahinter würde auch stehen......aber die Ärzte, da ist Überzeugungsarbeit angesagt. Die mechanische Reinigung der Zähne finde ich ziemlich wichtig, dies wird von den Patienten auch als zugwinn an Lebensqualität gesehen.

    Sehr zu empfehlen ist ein Artikel in der Pflege (Wissenschaftliche Pflegezeitschrift aus der Schweiz)

    Mundpflege bei Onkologischen Patienten, von 1998.

    Dort wird der Mundpflege in Deutschland nachgegangen( die eher auf Erfahrungen basiert, aber keine harten Fakten vorweisen kann), gleichzeitig wir dem gegenüber die wissenschaftliche Vorgehensweise in den USA/ GB.

    Der Artikel ist dabei immer noch relevant und wenn sich hier nicht ändert die nächsten 10 Jahre auch aktuell bleiben.

    Gruss

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