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  1. #21
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    Avatar von similola

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    Standard AW: Raus aus der Psychiatrie? Oder komplett aus der Pflege?

    ich kann immer wieder nur danke, danke, danke sagen an euch :-)

    naja, der einbruch kam eigentlich erst wirklich mit der neuen tätigkeit auf dieser station...wir arbeiten ausschließlich "therapeutisch", haben quasi mit den allgemeine pflegerischen tätigkeiten kaum noch was zu tun...wir machen hauptsächle gruppentherapien und einzelgespräche (bezugspflege, krieseninterventionsgespräche)...sehr interessant, allerdings bin ich ja dazu garnicht ausgebildet...klar habe ich berufserfahrung, aber es ist doch was anderes...wir machen im endeffekt die gleiche arbeite wie unsere psychologen...die das schließlich studiert haben und genug selbsterfahrung machen müssen wohl nicht ohne grund...und dann noch dazu der analalytische schwerpunkt, das rauskramen von allen negativen dingen die im leben vorwiegend in der kindheit passiert sind..außerdem sind ja eh die eltern immer daran schuld :-/ und die teilweise wahnwitzigen dinge die vom personal interpretiert werden

    ich erlebe es eben auch so, dass die patienten zwar in dem beschützten rahme sich stabilisieren, aber häufig nach entlassung komplett dekompensieren..also das heißt..ich persönlich stehe absolut nicht dahinter und wehre mich innerlich jeden tag aufs neue gegen dieses konzept..soll aber gruppentherapie machen..ich bin also irgendwie auch überfordert....

    sicher liegt ein großter teil an mir dass ich mich da nicht einfinden kann und teilweise auch will...und sicher bin ich eher der unsicher und weniger stabil...aber ich denke nicht dass es nur an mir liegt...ich kenn jemand, die ist mit mir auf eine mutter-kind-station gewechelt mit dem gleichen schwerpunkt und ähnliche pflegerische-therapeutische tätigkeiten..und ihr geht es wirklich sehr ähnlich..allerdings ist sie nicht ganz so instabil....

    vielleicht mache ich es mir auch nur zu einfach...und brauch einen "schuldigen"...

    viele grüße

    Nicht möglich! Nicht möglich!


  2. #22
    Erfahrenes Forenmitglied Avatar von Böserwolf

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    Standard AW: Raus aus der Psychiatrie? Oder komplett aus der Pflege?

    wie du schon sagst, Psychologen/Psychiater haben ihr Handwerk gelernt und wissen, wie sie sich selbst schützen können.
    Ich finde es schon sehr seltsam, dass du als Krankenschwester Gruppentherapie machen musst - das kann doch den Patienten gar nicht weiter helfen, da kann man doch mehr kaputt machen als ganz?!

    Ist das auch wieder so eine Sparmaßnahme?

    Nicht möglich! Nicht möglich!

  3. #23
    Erfahrenes Forenmitglied Avatar von Tilidin

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    Standard AW: Raus aus der Psychiatrie? Oder komplett aus der Pflege?

    Zitat Zitat von Böserwolf Beitrag anzeigen
    Ich finde es schon sehr seltsam, dass du als Krankenschwester Gruppentherapie machen musst - das kann doch den Patienten gar nicht weiter helfen, da kann man doch mehr kaputt machen als ganz?!
    Ganz so ist es nicht Böserwolf, wer länger auf psychtherapeutischen Abteilungen arbeitet, erlernt vieles im alltäglichen Berufsleben. Konflikt oder Themenzentrierte Gruppen kann man auch leiten, es bedarf nur einer ausreichenden Erfahrung, viel Hintergrundwissen zum Pat. und in der Regel gibt es Vorbesprechungen, mit kleinen Zielvorgaben.

    Ich kenne es auch so, das die Gruppen in unterschiedlicher Konstillation zusammengesetzt werden, d.h. die leichtere Gruppe bekommt die Pflegekraft.

    Es gibt ja auch andere Momente, wo man das absolute Krisengespräch, von der MA erwartet.

    Und es gibt den Mechanismus, wo die Anwesenheit von psych oder sozial oder pädagogisch geschulten Mitarbeitern, mangels Lebenserfahrung u. Symtomerfahrung nicht gerade Hilfreich ist.

    Bei mir würde z. Beisp. leichte Panik aufkommen, wenn ich jetzt eine Trachealkanüle wechseln müsste, sicherlich früher 3-5x gemacht, aber dann 25 Jahre nicht mehr.

    Ich würe es nicht unbedingt als Sparmaßnahme betrachten, sondern die Frage in den Raum stellen, wer leitet, mit welcher Erfahrung, mit welchen Kompetenzen u. Wissen.

    Nicht möglich! Nicht möglich!

  4. #24
    Aktives Forenmitglied Avatar von Schwester Christa

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    Standard AW: Raus aus der Psychiatrie? Oder komplett aus der Pflege?

    Zitat Zitat von Tilidin Beitrag anzeigen
    Also simiola, je mehr ich hier so lese, umso mehr bekomme ich das Gefühl, das es nicht die depressive Veranlagung ist, das es nicht die belastende Station ist, das es nicht dein Kind u. deine Familie ist es auch nicht, aber es ist die Kombination aus allem.
    Das würde ich größtenteils auch so unterschreiben.

    Hallo Similola,
    das sind ja ganz schöne Nägel die du da reinhaust.
    Sicher ist die Situation sehr schwierig für dich und ich beneide dich nicht um den Konflikt, in dem du da steckst.

    Aber zunächst der Reihe nach...

    Ich möchte mich hier nicht aufschwingen, dich medizinisch/psychologisch zu diagnostizieren. Dafür gibt´s andere Berufsgruppen und wenn du es für sinnvoll hältst, wirst du dir da Rat holen.

    Ich werde mal versuchen, mich auf das zu konzentrieren, was du über deine berufliche Situation schreibst.

    Psychotherapiestation - das kann sehr anstrengend sein, da die Behandlungsformen für die Pflege sehr speziell sind und ein extremes Maß an Empathie erfordern. Auch wir haben eine solche Station und die Kollegen da sehen sich irgendwie als die "Elite" an, die alles durchleuchten und verstehen können.
    Ob das so ist, vermag ich nicht zu beurteilen, ich bin aber sicher, dass man sehr mit sich selbst im Reinen sein muss, um dauerhaft (und meistens arbeiten solche Teams ja über viele Jahre zusammen) sich in dieser Form einbringen zu können.

    Du schreibst an anderer Stelle, dass ein Wechesel in den Akutbereich nicht in Frage kommt, u.a., weil du Angst vor den Patienten hast.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass so etwas über Nacht kommt. Wenn man Angst vor psychisch Kranken hat, arbeitet man nicht in einer Psychiatrie. Gibt es da einen Auslöser für diese Angst?
    Schließlich weißt du in der Klappse in etwa, womit du es zu tun hast und kannst mit deiner Erfahrung (> 10 Jahre ist ja nun nicht gerade wenig) dein Klientel einschätzen.
    Sei versichert, auch in der Somatik gibt es "komische" und sogar übergriffige Patienten. Die erwischen dich dann aber sicher eiskalt, weil du in einer Inneren oder Chirurgie nicht mit so etwas rechnest.

    Ich würde tatsächlich auch zunächst einmal ein offenes Gespräch mit einem Vorgesetzten deines Vertrauens suchen und die Situation und Möglichkeiten für dich abstecken.
    Auch mit guten Freunden kann man sich über so etwas unterhalten, manchmal kommt Hilfe aus Ecken, wo man sie gar nicht erwartet.
    Wichtig für dich wäre, so gflaube ich, einmal in Ruhe deine persönlichen Belastungen und Prioritäten zu analysieren. Wie bekommst du als alleinerziehende berufstätige Mutter diese Doppelbelastung gebacken? Wie wichtig ist die dein Job tatsächlich verglichen mit deinem Familienleben, welche Opfer bist du bereit zu bringen und wie fühlst du dich dabei.

    Wenn das alles nicht stimmig ist (und danach klingt einiges), ist es nur berechtigt, auch über einen kompletten Ausstieg aus dem Beruf der Krankenpflege nachzudenken. Es sind schon genug dabei mit Burn Out und schlimmerem auf der Strecke geblieben.
    Von daher ist es eigentlich ein gutes Zeichen, dass du dir noch solche Gedanken machst und deine Probleme so klar benennen kannst.

    Ich wünsche dir viel Glück und Kraft auf deinen weiteren Weg.

    Nicht möglich! Nicht möglich!
    "The world is full of kings and queens who blind your eyes and steal your dreams" - DIO

    PRO PFLEGEKAMMER

  5. #25
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    Standard AW: Raus aus der Psychiatrie? Oder komplett aus der Pflege?

    lol... ja das mit der "Elite" ist bei uns im Haus ebenfalls so... .... wie gesagt, ich war sehr stolz dass ich zu den "Auserwählten" gehöre die auf dieser Station arbeiten "darf"... daher ist die Situation glaube ich gerade noch schlimmer...

    Eure Beiträge haben mich wirklich nochmal zu nachdenken gebracht...ich werde wohl im kommenden Jahr erst mal etwas reduzieren...vielleicht bringt der Abstand mehr Erleichterung...und falls nicht...hmmm naja dann kommt wohl erst mal nur die Geronto in Betracht...

    Ich hatte schon immer Angst auf der Akutstation...während meiner Ausbildungszeit hatte ich immer die Möglichkeit die Station zu verlassen wenn Fixierungen oder eskalierende Situationen vorhersehbar waren...naja das kann ich heut zu tage dann halt nicht mehr machen...ehrlich gesagt ich finde den Grund nicht warum dies so ist..habe eigentlich nicht wirklich schlechte Erfahrungen gemacht...ist einfach so..schon als Jugendliche war jede Party für mich gelaufen sobald es Schlägereien oder so gab...bin einfach sehr ängstlich

    Die Ausbildung sollte eigentlich auch nur eine Zwischenlösung sein..wollte danach Sozialpädagogik studieren...naja, dann wurde ich schwanger und dann kam die Scheidung...das wars dann wohl erst mal

    Meine Berufswahl hat mich wohl nie wirklich glücklich gemacht...aber ich brauche das Geld und somit muss ich da wohl durch...muss nur den besten Kompromiss finden..und ich vermute die Psychotherapie..zumindest mit diesem Schwerpunkt ist es nicht....

    Bald gehe ich auch in Mutter-Kind-Kur..und hoffe das ich dort ein Stück für mich weiter komme..vielleicht eröffnen sich ja dort auch neue Ideen, Sichtwinke, Perspektiven, Pläne oder Möglichkeiten...naja und wenn nicht dann hoffentlich wenigstens eine tolle Zeit mit meinem Kind

    Kennt das denn jemand von Euch? Das Gefühl am falschen Platz (Arbeitsplatz) zu sein? Das Gefühl dass die Arbeiten einen fast krank macht? Und wenn ja, wie seit Ihr damit umgegangen?

    Wünsche Euch einen schönen Abend

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  6. #26
    Passives Forenmitglied Avatar von Stryker08

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    Standard AW: Raus aus der Psychiatrie? Oder komplett aus der Pflege?

    Hallo similola,
    ich befinde mich in einer ähnlichen Situation, allerdings habe ich kein Kind zu versorgen. Ich habe 10 Jahre in einem sozialpsychiatrischen Wohnheim gearbeitet, in dem sämtliche Diagnosen der Psychiatrie vertreten waren. Im Verlauf habe ich dann selber eine Depression und Alkoholabhängigkeit entwickelt. Die Arbeitsbelastung hat mich einfach kaputt gemacht und ich habe einfach nicht auf mich und meine Bedürfnisse geachtet. Während der stationären Entwöhnungstherapie habe ich eine Umschulung beantragt, die allerdings von der Rentenversicherung in erster Instanz abgelehnt wurde. Habe dann einen Widerspruch geschrieben und warte bis heute noch auf eine neue Entscheidung der Rentenversicherung. Weil mir die Wartezeit zulang wurde, habe ich mich nun innerhalb des Arbeitgebers umbeworben. Nun arbeite ich seit dem 01. August im Bereich der stationären Behindertenhilfe und es geht mir bis jetzt gut damit. Ich habe mir persönlich aber auch ein zeitliches Limit gesetzt. Sollte ich merken, dass sich bei mir wieder Anzeichen einer Depression o.ä. breitmachen, werde ich den sozialen Bereich komplett verlassen.

    Bist Du vielleicht Mitglied in einem Berufsverband, um dich mal beraten zu lassen?? Hat dein Arbeitgeber ein Eingliederungsmanagment für Langzeiterkrankte??

    Ich wünsche dir auf jedenfall ganz viel Kraft und versuche an deinen Zielen festzuhalten

    Stryker08

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  7. #27
    Registriertes Forenmitglied Avatar von Olanzapina

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    Standard AW: Raus aus der Psychiatrie? Oder komplett aus der Pflege?

    Zitat Zitat von similola Beitrag anzeigen
    lol... ja das mit der "Elite" ist bei uns im Haus ebenfalls so... .... wie gesagt, ich war sehr stolz dass ich zu den "Auserwählten" gehöre die auf dieser Station arbeiten "darf"... daher ist die Situation glaube ich gerade noch schlimmer...

    Eure Beiträge haben mich wirklich nochmal zu nachdenken gebracht...ich werde wohl im kommenden Jahr erst mal etwas reduzieren...vielleicht bringt der Abstand mehr Erleichterung...und falls nicht...hmmm naja dann kommt wohl erst mal nur die Geronto in Betracht...

    Ich hatte schon immer Angst auf der Akutstation...während meiner Ausbildungszeit hatte ich immer die Möglichkeit die Station zu verlassen wenn Fixierungen oder eskalierende Situationen vorhersehbar waren...naja das kann ich heut zu tage dann halt nicht mehr machen...ehrlich gesagt ich finde den Grund nicht warum dies so ist..habe eigentlich nicht wirklich schlechte Erfahrungen gemacht...ist einfach so..schon als Jugendliche war jede Party für mich gelaufen sobald es Schlägereien oder so gab...bin einfach sehr ängstlich

    Die Ausbildung sollte eigentlich auch nur eine Zwischenlösung sein..wollte danach Sozialpädagogik studieren...naja, dann wurde ich schwanger und dann kam die Scheidung...das wars dann wohl erst mal

    Meine Berufswahl hat mich wohl nie wirklich glücklich gemacht...aber ich brauche das Geld und somit muss ich da wohl durch...muss nur den besten Kompromiss finden..und ich vermute die Psychotherapie..zumindest mit diesem Schwerpunkt ist es nicht....

    Bald gehe ich auch in Mutter-Kind-Kur..und hoffe das ich dort ein Stück für mich weiter komme..vielleicht eröffnen sich ja dort auch neue Ideen, Sichtwinke, Perspektiven, Pläne oder Möglichkeiten...naja und wenn nicht dann hoffentlich wenigstens eine tolle Zeit mit meinem Kind

    Kennt das denn jemand von Euch? Das Gefühl am falschen Platz (Arbeitsplatz) zu sein? Das Gefühl dass die Arbeiten einen fast krank macht? Und wenn ja, wie seit Ihr damit umgegangen?

    Wünsche Euch einen schönen Abend
    Hallo, mir geht es genauso wie Dir, vor allem damit, was Du über den Akutbereich schreibst.
    Ich habe nun ebenfalls vor, ein Studium zu beginnen, vermutlich "Soziale Arbeit", oder "Management im Gesundheitstourismus", um einfach nicht mehr in solche Akutsituationen kommen zu müssen.
    Zurück in die Somatik kommt für mich eigentlich nicht in Frage, auf Grund der hohen körperlichen Belastung.
    Die Psychiatrie wäre zu 100 Prozent mein Fachgebiet, wenn diese Aggressivität der Patienten nicht wäre :-(

    Ganz liebe Grüße!!!

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  8. #28
    Aktives Forenmitglied Avatar von Schwester Christa

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    Standard AW: Raus aus der Psychiatrie? Oder komplett aus der Pflege?

    Zitat Zitat von Olanzapina Beitrag anzeigen
    Die Psychiatrie wäre zu 100 Prozent mein Fachgebiet, wenn diese Aggressivität der Patienten nicht wäre :-(
    Auch auf die Gefahr hin, hier das eine oder andere Kopfschütteln zu ernten -

    Ich glaube nicht, dass Patienten in der Psychiatrie grundsätzlich aggressiver sind, als die irgendeiner anderen Fachklinik.
    Natürlich ist der Akutbereich ein Kapitel für sich, aber auch da lässt sich ja trefflich diskutieren, in wieweit z.B. ein geschlossenes Setting und Überfüllung psychotische Patienten niocht noch weiter anspannt.

    Zum anderen habe ich auch während meiner sechs Jahre in der Unfallchirurgie oft genug übergriffige Patienten (verbal häufig und auch körperlich) erlebt.
    Nur ist man da weder personell noch von den Abläufen her auf so etwas eingestellt.

    Wenn du schreibst, dass Psychiatrie "zu 100% dein Fachgebiet" ist, woran machst du das dann fest?
    Eine innere Anspannung gehört zu vielen psychiatrischen Krankheitbildern, aber das ist nur ein Symptom. Deine Arbeit besteht ja darin, dagegen anzuarbeiten und eine mehr oder weniger vertrauensvolle Behandlungsbeziehung zu deinem Klienten einzugehen.
    Das gelingt natürlich nicht immer. Dann ist es wichtig, dass die äußeren Umstände stimmen: Teamstärke, entsprechende Schulungen (Deeskalationstraining) und für den Fall der Fälle auch eine gute und ehrliche Nachbetreuung.
    Meistens stimmt es nämlich an der Peripherie nicht. Daran ist dann aber nicht "der Psychiatriepatient" schuld...

    Psychiatrie ist sicher kein Zuckerschlecken, aber ich habe ein Problem mit dieser gewissen "modernen Stigmatisierung" von Psychiatriepatienten, sorry.

    Man könnte den Satz nämlich auch extrem überspitzt ausdrücken:
    "Krankenpflege wäre zu 100% mein Ding, wenn nur die Patienten nicht wären..."

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  9. #29
    Registriertes Forenmitglied Avatar von Olanzapina

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    Standard AW: Raus aus der Psychiatrie? Oder komplett aus der Pflege?

    Hallo,

    ich mache es daran fest, dass es mir Spaß macht, dass es mich interessiert, dass ich durchgehend ein gutes Vertrauensverhältnis zu den Patienten aufbauen kann und, dass ich sowohl von Kollegen, als auch von Patienten positives Feedback bekomme, es liegt mir einfach. Nur kann ich die körperliche Gewalt nicht ab und die kommt leider bei uns mittlerweile täglich vor...
    Natürlich haben wir zu wenig Personal und werden nicht ausreichend unterstützt, das kommt noch dazu, Deeskalatonstrainings finden regelmäßig statt, reichen jedoch oft auch nicht mehr aus, sodass wir die Polizei zur Hilfe holen müssen... Und auch die haben dann ihre Mühe...

    Das noch als Ergänzung ;-)

    LG

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  10. #30
    Aktives Forenmitglied Avatar von Schwester Christa

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    Standard AW: Raus aus der Psychiatrie? Oder komplett aus der Pflege?

    Da scheine ich ja auf einer Insel der Glückseeligen zu arbeiten. Ich kann ich tatsächlich nur mit Mühe erinnern, wann wir den letzten ernsthaften körperlichen Übergriff auf Personal hatten. Das ist Jahre her...
    Polizei kommt bei uns gar nicht auf Station, höchstens, um einen angespannten Patienten bei uns unangemeldet abzuliefern, der sich meistens extrem schnell beruhigt, wenn die Cops ihm die Handschellen abnehmen. Ab und zu sind sie auch da, um jemanden wegen seiner Vorstrafen zu verhaften, aber das geht auch immer sehr geordnet ab.
    Auch ich möchte behaupten, dass wir trotz aller Spannungen und unterschwelliger Aggressionen ein sehr gutes Verhältnis zu unseren Klienten pflegen, dass diese uns als Teil (oder notwendiges Übel) ihrer Erkrankung akzeptieren.

    @Olanzapina: Darf ich fragen, in welchem Bereich du genau arbeitest?

    Zitat Zitat von similola
    wir machen hauptsächle gruppentherapien und einzelgespräche (bezugspflege, krieseninterventionsgespräche)...sehr interessant, allerdings bin ich ja dazu garnicht ausgebildet...klar habe ich berufserfahrung, aber es ist doch was anderes...wir machen im endeffekt die gleiche arbeite wie unsere psychologen...
    Über den Satz bin ich erst später gestolpert... In der Kosequenz sehe ich das wie Tilidin. Hab aber trotzdem auch noch Klärungsbedarf.
    Wenn du, similola, schon 10 Jahre in der Psychiatrie bist und Erfahrung gesammelt hast, darf ich nach der Aussage dann fragen, was du da wo gearbeitet hast? Blutdruck messen und betten machen?

    Nach meinem Wechsel aus der Chirurgie in die Psychiatrie waren mehrere Gesprächsführungskurse meine ersten verpflichtenden Weiterbildungen, die ich bekommen und gerne genutzt habe.
    Gesprächsführung und Beziehungsgestaltung ist das tägliche Brot in einer Psychiatrie und hat NICHTS mit einem Psychologiestudium zu tun.
    Ebensowenig Bezugspflege, die, wie der Name schon sagt ein ureigenes Pflegethema ist. Auch Kriseninterventionsgesprache sollte jede Pflegekraft in der Psychiatrie halbwegs beherrschen. Genau damit kann man nämlich im Idealfall Anspannungen in ihrer Entstehung eindämmen und eine Eskalation verhindern.

    Anders verhält es sich, wenn Pflegekräfte anspruchsvolle Gruppen als "Co-Therapeuten" leiten. Oft genug geschieht dies ja auch aus Kostendruck, wenn der Psychologe gar nicht so oft da ist, wie er müsste, um sein Programm durchzukriegen.
    Hier brauche ich natürlich besonders geschulte Leute. Es macht keinen Sinn in einem solchen Fall jemanden ohne Interesse/ Qualifikationen zur Moderation zu verpflichten.

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