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Thema: Psychische Erkrankung (Burnout) beim Arbeitgeber outen?

  1. #111
    Aktives Forenmitglied
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    Avatar von Teetrinkerin

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    Standard AW: Psychische Erkrankung (Burnout) beim Arbeitgeber outen?

    Ich versuch es mal im Zeitraffer: Janca, das geschah sozusagen lautlos. Ich konnte nachts nicht mehr schlafen, vor allem beim Einschlafen hatte ich enorme Probleme. Schlagt mich jetzt nicht, aber ich habe mir eine Zeitlang so geholfen, dass ich mir mal eine Schlaftablette mitgenommen habe und irgendwann bin ich zum Hausarzt und habe mir welche verschreiben lassen. Da ich ja weiss dass das nicht gut ist, habe ich sie nur genommen, wenn ich so gar keine Ruhe mehr finden konnte.
    Ich wurde vergesslich und extrem dünnhäutig im Privaten und auf Arbeit. Ich wurde immer unsicherer in Bezug auf so ziemlich alles, brauchte das Schlafmittel bald ziemlich oft, so zwei bis drei Mal die Woche. Ich hab mir Johanniskrautkapseln besorgt, wollte mir nicht eingestehen, konnte es nicht, dass ich auf etwas zusteuere. Mein Körper schmerzte an so vielen Stellen, ich habe mir Schmerztabletten verordnen lassen, es ging mir kurzfristig besser, aber ich merkte dass etwas mit meinen Gefühlen geschah, ich fühlte manchmal ... nichts ... Leere.
    Dann begannen die Fehler und Unachtsamkeiten im Beruf und daheim. Die ersten Wasserstandsmeldungen erreichten mich per wohlmeinenden Kollegen: Du Gabi, man redet über dich ... du hast schon wieder die Medis falsch übertragen ... ich wurde immer angespannter, musste so aufpassen und habe mich immer mehr zugeknotet. Durch Schusseleien und Vergesslichkeit sind so Sachen passiert wie dass ich vergessen habe was zu bezahlen, habe mich nicht gekümmert und plötzlich kamen zwei Mahnbescheide ins Haus mit erheblichen Mehrkosten ... auf Arbeit hatte ich das Gefühl von bestimmten Personen schief angeschaut zu werden, infolge dessen ich immer unsicherer wurde und meine Fehlerquote stieg. Ich erhielt eine Abmahnung, weil ich mich bei Krankmeldungen nicht korrekt verhalten hatte, so habe ich vergessen (???) mich auf Arbeit zu melden dass ich weiter krank bin. Ich wurde immer öfter krank, meine Kraft verließ mich und ich stand immer öfter neben mir. Ich wünschte mir die Ruhe des Todes, ohne sterben zu müssen. Freude konnte ich nur noch fragmentiert empfinden, zum Beispiel bei meinen Haustieren und auf der Arbeit manchmal im Zusammensein mit Patienten und den Angehörigen, bei allem Mist den ich begann zu bauen, habe ich mir dort immer noch ein wenig Kraft abzwicken können.
    Inmitten einer Fortbildung benahm sich die mitteilnehmende Kollegen mir gegenüber ziemlich kühl und abweisend ... ich konnte das nicht verstehen, es zog mich runter wie ein paar Betonschuhe beim Schwimmen im Meer ... meine Fehler wurden kritisch ... und von Mal zu Mal wenn ich zum Dienst musste, wurden meine Beine schwerer, mein Herz klopfte wie verrückt und ich konnte kaum mehr durchatmen.
    Dann gab es einen Vorfall ... es ging um Tierrettung ... spürte ich Missbilligung und genervte Reaktionen im Team von einzelnen direkt wahrzunehmen, oh das war so schlimm, damals wollte ich sterben ... und eines abends in einem freien Wochenende wusste ich, dort kann ich so nicht mehr hin und habe meinen Mann gebeten, mich ohne Angabe von Gründen krank zu melden. Ich schaute in den Spiegel und sah eine fremde Frau, ich wollte und konnte mich nicht mehr ansehen, was war nur aus mir geworden?

    Seit etwas mehr als einer Woche bin ich in Behandlung in einer psychosomatischen Klinik und habe in den Tagen so viel geweint, bitterlich geweint und hoffe so von Herzen, dass ich mich wiederfinde und dass ich weitermachen kann.
    Pläne brauche ich momentan keine machen, das brächte ich gar nicht fertig, es ist auch nicht wichtig.

    Einen echten Rat kann ich dir so nicht geben, das kann ich sowieso nicht. Ich kann nur gut nachfühlen, wie du dich fühlen magst.
    Beim Lesen deiner Texte meine ich zu sehen, dass du viel Last auf deinen Schultern trägst und nicht viel Hilfe hast und vielleicht auch Schwierigkeiten damit hast, eigene Schwächen zu zeigen und Hilfe anzunehmen.

    Ich wünsche dir, dass du einen Weg findest Janka.
    Christian Kröhl and Gerhild gefällt das.


  2. #112
    Registriertes Forenmitglied Avatar von Janka

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    Standard AW: Psychische Erkrankung (Burnout) beim Arbeitgeber outen?

    Liebe Teetrinkerin, sorry dass du wegen mir das alles nochmal durchdenken musstest.
    Aber ich erkenne mich in deiner Erzählung in so vielem wieder.
    Seit September arbeite ich jetzt fast ganz alleine, meine Angst ist jetzt diese dass ich Fehler mache und keiner merkt es?
    Deine Analyse meiner Person ist leider so gut als würdest du mich kennen. Ich habe einen leisen Hang zum Perfektionismus und muss jeden Tag sehen dass ich meinen eigenen Ansprüchen nicht genügen kann weil mir die Energie fehlt. Früher habe ich das alles wirklich gut gemacht, aber jetzt fehlt mir einfach die Kraft dazu.
    Danke für deine guten Wünsche

  3. #113
    Aktives Forenmitglied Avatar von Gerhild

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    Standard AW: Psychische Erkrankung (Burnout) beim Arbeitgeber outen?

    Ich habe jetzt Woche 6 in der Tagesklinik rum und noch nicht eine Träne vergossen. Aber ich habe viel zu lange nur eine Seite von mir gezeigt. In den 3 Jahren vor dieser Krankschreibung war ich 2x eine Woche krank - jetzt kommt dafür der Hammer :-)

  4. #114
    Passives Forenmitglied Avatar von kakteenfee

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    Icon14 AW: Psychische Erkrankung (Burnout) beim Arbeitgeber outen?

    hallo teetrinkerin,
    möchte Dir mal einfach gerne sagen.. bewundernswert wie du das alles meisterst, dazu braucht es auch Zeit, viel Zeit in der man so manches infrage stellt, auch sich selbst.
    bin ganz neu auf Pflegeboard, habe im Moment ganz viel zeit...da ich auch mit Burnout, Panikattacken, Hypertonie K geschrieben bin... bereits seit Ende Januar2014
    Ich habe meinen Chefs und einigen vertrauten Kollegen Infos gegeben , da Burnout bei uns keine Seltenheit ist. Gesundwerden und Wiedereingliedern ist auch in Ordnung bei uns. Bin seit 3 Jahren in der neuen Pflegefirma und dort sind mir in der zeit 4 leute mit Burnout begegnet, 2 sind bis jetzt zurückgekommen. Ich selbst bin Nr 5, bin insgesamt vorwärts gegangen... bei uns wurde gerade eine MAV gegründet und mein Burnout war vorab beim AG angekündigt per Überlastungsmeldung. Wurde in MAV gewählt und tue trotz Burnout dort mein bestes. um Arbeitsbedingungen für uns zu verbessern. Bin in Angriff übergegangen.
    Angst vor Kündigung? hab ich nicht.. in unserem Job gibts immer eine Möglichkeit woanders zu arbeiten und neu anzufangen. Ich bin eher abgeneigt gegen die unsinnigen, unmenschlichen Äußerungen meiner PDL, wir mochten uns noch nie so recht leiden. Und da muß ich halt mit Dienstplan bosheiten rechnen. aber das war mir klar, weil ich einiges an fehlern öffentlich angekreidet habe.
    Da ich mit der K- meldung im Januar auch Diagnose Brustkrebs erhielt, haben Meine Ärzte mich erstmal seit Januar stabilisiert... psychisch ! und unbedenklich lange K geschrieben mit ambulanter psychiatrischer Versorgung.
    jetzt ist es an der Zeit, den Brustkrebs anzugehen -> Op steht an jetzt im April mit jede Menge Aktionen von Strahlentherapie/ Reha, 2. OP usw...und Genesung hinterher dauert halt...ich nehme dies auch als sog Babypause für Ältere, Babies krieg ich nicht mehr... Knochenbruch wär mir lieber.... Aber alles zusammen dauert seeeehr lange, bis ich wieder arbeiten kann. Psychisch werde ich sehr von Familie , Freunden, Kollegen unterstützt. Man mekt aber trotzdem in der Zeit auch.. wem man wichtig ist... meiner PDL jedenfalls bin ich nicht wichtig aber sie ist nur noch 3 Jahre da... ich dagegen noch länger
    Ich genieße jetzt trotz der bescheidenen Diagnosen die Zeit zuhause...treffe mich mit Freunden und unternehme sehr vieles, wozu ich nie Zeit hatte. Einen Zoobesuch,Freunde treffen... hab mir einen Garten als meine persönliche Oase zugelegt, mit meinen Katzen spielen. Bummeln gehen, Tu einfach was dir spaß macht, das hält deine Stimmung hoch.Und dein Selbstbewusstsein
    Ich Wünsche Dir : nimm dir alle Zeit die du brauchst und wenn Depressionen kommen, scheue dich nicht auch da in Therapie zu gehen... ist absolut wichtig denn die können sehr unterstützen um die eigenen Gedankenkreise zu durchbrechen. bevor man den Glauben an sich selbst verliert.
    Lg von Kakteenfee

  5. #115
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    Standard AW: Psychische Erkrankung (Burnout) beim Arbeitgeber outen?

    Ich wollte mal einen kurzen Zwischenbericht auflegen.

    Ich habe nun vier Wochen psychosomatische Klinik hinter mir und konnte einiges bei mir in Bewegung bringen.

    Es ist nicht immer angenehm, ich hatte einige schlimme Heulanfälle. Ich habe so versucht, mich zurückzuhalten, aber inzwischen wenn mir nach Heulen ist, tue ich das auch. Das macht dort jeder der heulen kann. Es gibt nämlich welche, die können es nicht. Eine Frau sagte mir, dass sie meine Heulerei fast neidisch wahrnimmt, weil sie innerlich noch so verschlossen ist, dass sie nicht weinen kann und das schon seit Jahren nicht mehr.
    Wir haben in der Klinik allgemeine und spezielle Gymnastik, es wird autogenes Training und PMR gegeben und individuell kann man Rückenschule und Physio erhalten. Es gibt Achtsamkeitstraining und Kunsttherapie und natürlich die Einzeltherapien neben den Einzel und Grossgruppentherapien.
    Wenn man zwischen den Terminen nicht mit sich zurecht komm oder eine Krise hat das Pflegepersonal immer ein offenes Ohr und ist da, um einen aufzufangen.

    Ich hatte in der dritten Woche eine Krise, weil ich meine Therapeutin falsch interpretiert hatte und glaubte ich müsste die Klinik bald verlassen, weil meine Schmerzen wohl überwiegend in Bewegung und Überlastung auftreten und ich damit in der psychosomatischen Klinik falsch wäre, eine rehabilitative Einrichtung zur Wiederherstellung meiner Arbeitskraft anstehen würde. Ich war völlig außer mir und habe eine Stunde lang geweint. Meine Bezugspflegekraft hat mich mit einem heissen Roggenkissen und einem Tee verwöhnt und ich hatte alle Zeit mich zu beruhigen. Zum Glück hat meine Therapeutin mit mir in der nächsten Sitzung gesprochen, es ist wohl so, dass ich mit meinem Beschwerdebild verschiedene Ziele ansteuern muss.

    Viel Freude macht mir die KBT (konzentrative Bewegungstherapie), die Kleingruppentherapie und vor allem die Kunstherapie. Wir haben dort alle das große Glück mit einer Kunstherapeutin, die einem bis ins Herz schaut und so sensibel oder auch mal etwas grober die Therapiestunden leitet, dass ich inzwischen sage, am meisten macht mir diese Art Therapie Freude. Eine derartig intensive Zuwendung habe ich noch niemals erlebt und ich lerne dort viel über mich selbst und meine Welt außerhalb der Klinik.

    Es herrscht auch innerhalb der Patientengruppen eine sehr offene Atmosphäre, das ist wohltuend und jedem hilfreich.

    Zwischen den Therapien hat man "frei", kann in die Stadt oder an den Fluss gehen, man muss sich nur ab- und wieder anmelden.
    Ich persönlich suche die Ruhe, ich habe "meinen" Sessel, der mir für die Zeit meiner Therapie gehört und lese dort oder träume vor mich hin. Ich habe nicht das Geld um ins Eiscafe zu gehen oder ähnliche Gruppenunternehmungen zu finanzieren, aber das macht mir nichts. Ich bin so gerne allein mit mir und kann aber danach die Gruppe genauso genießen. Vielleicht lerne ich gerade, zu mir selbst zu stehen und das zu tun, wonach mir ist.

    Eine vollkommene "Heilung" wird vermutlich nicht stattfinden, es geht mehr darum sich klar zu machen, dass man achtsam mit sich selbst umgehen sollte, dies zu erlernen und dann auch anzuwenden.
    Einige dort sind zum wiederholten Male in Behandlung, auch das ist nicht ungewöhnlich, es kommt mit darauf an, wie lange man schon sein Paket herumschleppt und wie tief die geschlagenen Wunden sind.

    Das "in den Wunden wühlen" kann sehr schmerzhaft sein, ist aber unumgänglich. Man muss sich den Ängsten stellen, sie gehen nicht von alleine weg.

    Ob und in welcher Form ich wieder arbeiten gehe oder auch nicht, liegt noch sehr nebelig in der Zukunft und ich will mich zur Zeit nicht damit befassen, ich bin vollauf damit beschäftigt mich so auszuhalten wie ich bin. Wenn ich schlauer geworden bin, werde ich es hier berichten!
    Gerhild, Yvonne1305 und resigniert gefällt das.

  6. #116
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    Standard AW: Psychische Erkrankung (Burnout) beim Arbeitgeber outen?

    Hallo alle miteinander. Ich wolle mich mal wieder melden und ein wenig erzählen.
    Mittlerweile bin ich die 8.Woche in der Klinik. Bis vor etwas mehr als einer Woche, ging es mir noch gut. Seither leider nicht mehr.
    Ich wähnte mich stabil, konnte die Tendenz nach oben ans Licht deutlich erkennen und bin nicht bei der leisesten Andeutung von etwas ähnlichem wie Kritik oder einer anderen Meinung in Tränen ausgebrochen und fühlte mich schuldig am Leid der Welt.
    Dann hatte ich einen Therapeutenwechsel, das wusste ich aber, meine erste Therapeutin musste einen Privatpatienten aufnehmen, aber das war für mich nicht schlimm, ich kam mit der Vertretung sogar einen Ticken besser zurecht. Ich schaffte es, vieles aus der Vergangenheit abzurufen und es zu bearbeiten, die Zusammenhänge zwischen längerer Vergangenheit, kürzerer Vergangenheit, privaten und beruflichen Ereignissen zu erkennen. Es ist mir einige Mal passiert, dass ich mit Blick von außen tatsächlich feststellen musste, dass ich mich während einer sehr langen Zeit mit den besten Absichten vor Züge hab spannen lassen, die ich unbedingt ziehen wollte und nicht merkte, dass ich mir selbst alle Last auf die Schultern geladen habe und bei aller Anstrengung manchmal sogar mehr Schaden angerichtet habe. Dieser Aspekt gilt besonders für die beruflichen Probleme im Laufe der Jahre und besonders der vergangenen 10 - 15 Jahre, exakt aber bei meinem momentanen Arbeitgeber, weil ich es hier noch gut nachvollziehen kann.
    Zu meinem Schutz, meine Arbeitgeber haben gewiss ihren Anteil an Negativem dazugegeben, aber so durchweg unschuldig bin ich an meiner Situation tatsächlich nicht.
    Ich bin nur nicht mehr belastbar. Ich habe keinen Speicher mehr für diesen seelischen Ballast übrig und was ich jetzt seit Monaten durchmache, sind die Auswirkung.

    Wie ich schon schrieb, in der Klinik geht es mir gut, bei Krisen fange ich mich relativ gut von selbst wieder auf und um mich herum sind lauter verständnisvolle Menschen.
    Und nun komme ich zum nächsten, im Moment dem aktuellsten Kummer. Es ist scheinbar so, dass ich nur noch zwei Wochen werde bleiben können.
    Meine Therapeutin hat mir schon mal angedeutet, dass es nicht das Ziel der Klinik ist, meine Arbeitsfähigkeit festzustellen. Da wird unter Umständen im Anschluss eine Reha mit anderem Kostenträger notwendig sein. Bei meinen körperlichen Beschwerden handelt es sich nicht eindeutig um ausschließlich psychosomatische Beschwerden, sondern um belastungsbedingte, degenerative Beschwerden. Dieser Umstand lässt sich mit den Behandlungsmethoden der Klinik nicht behandeln.
    Die Klinik vermutet, dass die Krankenkasse eine Fortführung nicht mehr bezahlen wird, weil die Klinik die Fortsetzung der Behandlung bis zur maximalen Dauer von 12 Wochen vermutlich nicht veranlassen wird.
    Das werde ich morgen noch einmal besprechen müssen und ich werde auch versuchen, bis zum Ende dort bleiben zu dürfen, es tut mir gut, ich konnte mich stabilisieren und wenn eine Reha notwendig ist wegen meiner kaputten Knochen, dann mach ich die auch noch.
    Es sieht jetzt halt so aus, als ob ich mir keine Gedanken um eine Wiedereingliederung machen brauche, weil sie noch sagte, dass ich scheinbar unter einer Arbeitgeberblockade leide.
    Ich muss noch dazu erzählen, dass ich noch immer - wenn nicht noch gehäufter - unter extremen Gedächtnisproblemen, bzw. Konzentrationsstörungen leide.
    Ich lasse ständig meine Schlüssel irgendwo liegen, in Gesprächen wenn ich unterbrochen werde, krieg ich den Faden nicht mehr. Ich steh in der Küche und weiss nicht mehr was ich tun wollte. Ich backe einen Kuchen und erst als der im Ofen ist, fällt mir auf, dass ich vergessen habe, das Ei reinzutun. Ich suche wie verzweifelt meinen Geldbeutel und ich werde sehr ungehalten, wenn mir jemand helfen will durch Fragen wie: hast du schon im Rucksack geschaut oder ich laufe durch den Raum: hast du es gefunden? Ist es vielleicht noch in deinem Spind in der Klinik? Ja himmelherrgott, wenn ich das wüsste würd ich doch nicht fragen!!!
    Ich habe eine irre Angst, ich könnte geistig krank sein. Manchmal - auch in der Klinik - habe ich Zustände, in denen ich von jetzt auf nachher das Gefühl habe, unter einer Glasglocke zu stehen, alle Außenreize kommen gedämmt zu mir, mein Kopf summt, ich höre meinen Tinnitus und ich spüre mich nicht. Ich könnte nicht folgen, wenn mir einer sagen würde, ich soll meinen Körper so zeichnen wie ich ihn fühle. Weil ich ihn ja NICHT fühle.
    Und das habe ich manchmal aus einer völlig normalen Situation heraus. Eben habe ich noch gelacht oder mich angeregt unterhalten und plötzlich lebe ich im eigenen Universum.

    Wenn ich diese Probleme nicht in den Griff kriege, kann ich weder in meinen aktuellen Job zurück, noch wo anders in der Pflege arbeiten.
    Streng genommen, kann ich ja noch nicht mal irgendwo anders arbeiten, weil ich für nichts garantieren kann.
    Oder ganz was neues anfangen.

    Eine Pflegekraft sagte mir, dass solche Zustände und Konzentrationsprobleme manchmal Zeichen einer schweren Depression sein können.
    Das hat mich kurzfristig beruhigen können, aber es muss doch weitergehen.

    Dazu kommt noch, dass mein Mann im Laufe des ALG1 keinen Job gefunden hat, es ist abgelaufen und wir mussten H4 beantragen, mein Gehalt, bzw. mein Krankengeld alleine reicht nicht.
    Wenn sich jetzt herausstellen sollte, dass ich eben so krank bin, dass ich nicht mehr würde arbeiten können und ich müsste sogar Erwerbsminderung beantragen, ist unser sozialer Abstieg perfekt.

    Im Augenblick ist das Leben mal wieder besonders schwer.

  7. #117
    Aktives Forenmitglied Avatar von Gerhild

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    Standard AW: Psychische Erkrankung (Burnout) beim Arbeitgeber outen?

    Hallo Teetrinkerin, nach der PN jetzt noch mal hier ein kurzer Gruß. Ich bin auch nach 12 Wochen noch nicht belastbarer. Jetzt fange ich erst mal an die Klinik zu verarbeiten und mir außerhalb einen Therapeuten zu suchen. Kannst du wenigstens nach der Klinik PIA - Patientin bleiben ?

  8. #118
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    Standard AW: Psychische Erkrankung (Burnout) beim Arbeitgeber outen?

    Teetrinkerin, nur Mut!
    Wie lange hat es gebraucht krank zu werden?
    Wie lange bist du schon krank?
    Wie lange wirst du schon behandelt? (nicht wie lange hast du eine Diagnose)

    Ich habe damals das G.Grimm Märchen >Das Mädchen ohne Hände< gelesen.
    Es hat mir geholfen benötigte Genesungszeiträume zu verstehen.
    Vielleicht findest auch du für dich hilfreiche Geschichten/Märchen/Erfahrungsberichte
    Gerhild gefällt das.

  9. #119
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    Standard AW: Psychische Erkrankung (Burnout) beim Arbeitgeber outen?

    Danke Gerhild, ich bin momentan eher traurig und ratlos. Ich habe einen ganzen Tag gebraucht, um mir darüber klar zu werden, dass die Klinik mich nicht aufgibt, sondern dass sie mir nicht weiter helfen können.
    Was ist denn PIA Patientin?
    Ich habe es bei den Patienten die gegangen sind mitbekommen, dass sie einige Telefonnummern kriegen und sich ansonsten aber selber kümmern müssen. Ich würde vermutlich erstmal wieder zu der Therapeutin gehen, die mich seit drei Jahren begleitet. Ich hatte bei ihr eine Gesprächstherapie mit zweimaliger Verlängerung und einige Termine relativ weit auseinanderliegend, zum "abgewöhnen". Ich war ca. März letzten Jahres fertig und war dann auf mich allein gestellt. Im Grunde war da schon alles im Gange. Ich habe nicht lange ohne kontinuierliche Betreuung durchgehalten und konnte ohne Ängste kaum zur Arbeit gehen, allerdings war es am Anfang nicht so ausgeprägt.
    Heftig wurde es dann im Sommer. Als ich dann im August am Boden lag, hat sie mir gleich einen Termin gegeben und hat mir geholfen, die Zeit bis zur Klinik zu überbrücken, ich konnte im Quartal drei Termine bekommen, also einmal im Monat und ich hatte die Option, bei Problemen anzurufen oder mich in einer psychiatrischen Ambulanz zu melden.
    Wie lange ich gebraucht habe um krank zu werden? Zurückblickend würde ich sagen, dass die Probleme die zu meinem Zusammenbruch führten, bereits seit 10 - 15 Jahre am wirken waren. Ich war aber noch fit genug, mich immer wieder aufzurappeln, habe Signale übersehen, Symptome unterdrückt ... mein Körper schickte mir Schmerzen und meine Seele kam nicht mehr zur Ruhe, sämtliche Schutzmechanismen haben versagt.
    Als dann die Arbeitslosigkeit meines Mannes dazukam und damit heftige Existenzängste mich quälten, hatte ich echte Angst nun entgültig verrückt zu werden. Ich bin eine gute Pflegekraft gewesen, oh und ich konnte kämpfen, ich hatte Mut und Geduld. Ich liebe meine Arbeit, egal wo ich gearbeitet habe, ob im Hospiz, im Krankenhaus oder im Pflegeheim. Ich war wirklich eine gute Pflegekraft, praktisch und theoretisch und immer neugierig auf die Entwicklung in der Pflege und doch habe ich Dinge mit mir erlebt, die mich daran immer mehr zweifeln ließen, ich musste erleben, wie mir meine Fähigkeiten nach und nach verloren gingen und ich habe keine Ahnung, ob ich sie wiederbekomme.
    Richtig krank bin ich seit gut zwei Jahren und behandelt - außer der ambulanten Psychotherapie - werde ich angemessen erst seit März.

  10. #120
    Aktives Forenmitglied Avatar von resigniert

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    Standard AW: Psychische Erkrankung (Burnout) beim Arbeitgeber outen?

    Gib dich nicht auf.
    Wir könnten jetzt über unterschiedliche Diagnosen streiten, meine war wohl anders, aber Depression.
    Ich habe lange Zeit nur funktioniert, dann kam die Aggression. Meine kognitiven Fähigkeiten gingen in dden Keller. Ich konnte meinen Beruf nicht mehr ertragen und mir nicht mehr vorstellen jemals wieder als Krankenschwester zu arbeiten.
    Glücklicherweise gab es eine fast vollständige Genesung und die kognitiven Fähigkeiten kamen zurück, genauso die Freude am Beruf.
    Allerdings hatte ich keine großen finanziellen Probleme.

    Trotzdem, bitte gib nicht auf, Besserung bis Genesung sind möglich, aber es braucht Zeit.
    Alles Gute

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